Geförderte Projekte

Bronzeskulptur erinnert an die 35 jüngsten Nazi-Opfer

Einen Bronzeflügel, aus dem himmelwärts ein Kindergesicht hervorschaut, schuf Bildhauerin Ingrid Gottschalk für die 35 jüngsten Opfer der Nazi-Diktatur. Unser Bild zeigt (v. l.): Anton Wagatha, Heimatverein, Zeitgeschichtsforscherin Anna Andlauer, Künstlerin Ingrid Gottschalk und Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser. Foto: rdsEinen Bronzeflügel, aus dem himmelwärts ein Kindergesicht hervorschaut, schuf Bildhauerin Ingrid Gottschalk für die 35 jüngsten Opfer der Nazi-Diktatur. Unser Bild zeigt (v. l.): Anton Wagatha, Heimatverein, Zeitgeschichtsforscherin Anna Andlauer, Künstlerin Ingrid Gottschalk und Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser. Foto: rds

Projektstart: 01.01.2024

September 1944 bis Mai 1945 stand in Markt Indersdorf hinter der Klostermauer die sogenannte „Ostarbeiter-Kinderpflegestätte Kloster Indersdorf“. Von 63 Kleinkindern osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen überlebten 35 diese „Pflege“ nicht. 32 Opfer liegen auf dem Bezirksfriedhof Markt Indersdorf begraben und je ein Kind in Hebertshausen, Schwabhausen und Hilgertshausen.

Um diese jüngsten Opfer der Nazi-Verbrechen dem Vergessen zu entreißen schuf die Indersdorfer Bildhauerin Ingrid Gottschalk unentgeltlich eine würdige Bronzeskulptur: Ein Flügel, aus dem himmelwärts ein Kindergesicht hervorschaut - ein Symbol für die Unschuld der Kinder und Verletzung ihrer Körper und Seelen. Die Skulptur wird mit einer Bronzetafel versehen, auf welcher der 35 toten Kinder gedacht wird. Die Bürgerstiftung der Marktgemeinde Indersdorf, deren Vorsitzender Bürgermeister Franz Obesser ist, stellte dem Heimatverein Indersdorf e.V. für das Projekt 7.735 Euro zur Verfügung.

Als der Heimatverein Indersdorf 2021 einen „Weg des Erinnerns“ vom Sterbeort bis zum Bezirksfriedhof geschaffen hat, ließ sich damit auch der wirkliche Bestattungsort dieser Kinder auf dem Bezirksfriedhof dokumentieren. Die Marktgemeinde hatte schon früher den jungen NS-Opfer neben der Kapelle auf dem Bezirksfriedhof als Mahnmal ein Kreuz gesetzt. Später stellte das Gymnasium Markt Indersdorf zur Erinnerung hölzerne Stelen auf und schließlich folgten stählerne Säulen durch die Mittelschule.

Text: and

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